Die Bodenverhältnisse in Braunschweig wechseln auf kurzer Distanz. Im östlichen Stadtgebiet um die Mittelriede dominieren sandige Auelehm-Böden mit geringer Tragfähigkeit. Nur wenige Kilometer westlich, in den Hanglagen von Timmerlah, steht fester Geschiebemergel an. Diese Unterschiede machen eine pauschale Verdichtungsvorgabe unmöglich. Wer hier eine Baugrube verfüllt oder Tragschichten einbaut, muss den optimalen Wassergehalt und das maximale Trockengewicht des anstehenden Materials genau kennen. Genau dafür liefert der Proctor-Versuch die entscheidende Referenzkurve. Ohne diese Werte ist jede Schlagzahlmessung auf der Baustelle nur eine grobe Schätzung. Der Versuch bestimmt im Labor, bei welchem Wassergehalt ein Boden seine dichteste Lagerung erreicht. Das verhindert spätere Setzungen und schützt die darüberliegende Konstruktion.
Die Proctorkurve ist die einzige Referenz, die aus einer Handvoll Boden eine präzise Verdichtungsvorgabe für Tausende Kubikmeter macht.
