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BRAUNSCHWEIG
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Proctor-Versuch in Braunschweig: Normalkurve oder modifiziert?

Solide Grundlagen. Solide Entscheidungen.

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Die Bodenverhältnisse in Braunschweig wechseln auf kurzer Distanz. Im östlichen Stadtgebiet um die Mittelriede dominieren sandige Auelehm-Böden mit geringer Tragfähigkeit. Nur wenige Kilometer westlich, in den Hanglagen von Timmerlah, steht fester Geschiebemergel an. Diese Unterschiede machen eine pauschale Verdichtungsvorgabe unmöglich. Wer hier eine Baugrube verfüllt oder Tragschichten einbaut, muss den optimalen Wassergehalt und das maximale Trockengewicht des anstehenden Materials genau kennen. Genau dafür liefert der Proctor-Versuch die entscheidende Referenzkurve. Ohne diese Werte ist jede Schlagzahlmessung auf der Baustelle nur eine grobe Schätzung. Der Versuch bestimmt im Labor, bei welchem Wassergehalt ein Boden seine dichteste Lagerung erreicht. Das verhindert spätere Setzungen und schützt die darüberliegende Konstruktion.

Die Proctorkurve ist die einzige Referenz, die aus einer Handvoll Boden eine präzise Verdichtungsvorgabe für Tausende Kubikmeter macht.

Unsere Leistungsbereiche

Vorgehen und Leistungsumfang

Braunschweig liegt auf einer Höhe von 75 m ü. NHN und ist geprägt von quartären Lockergesteinen. In den Randbereichen der Okeraue stehen häufig gemischtkörnige Böden mit wechselnden Feinkornanteilen an. Für diese Materialien kommt der modifizierte Proctorversuch nach DIN 18127:2012-09 zum Einsatz. Er simuliert mit erhöhter Verdichtungsarbeit moderne Baugeräte. Die einfache Variante reicht nur bei geringen Anforderungen. Der Unterschied liegt in der Fallmasse und der Fallhöhe des Verdichtungshammers. Entscheidend ist die Proctorkurve. Sie zeigt den Zusammenhang zwischen Wassergehalt und Trockendichte. Oberhalb des Optimums wird der Boden weich und porenwasserüberdrückt. Unterhalb bleibt er luftdurchlässig und setzungsanfällig. Ergänzend lässt sich mit der Korngrößenanalyse die Kornverteilung prüfen.
Proctor-Versuch in Braunschweig: Normalkurve oder modifiziert?
Technische Referenz — Braunschweig

Lokaler geotechnischer Kontext

Die quartären Beckenablagerungen im Braunschweiger Stadtgebiet enthalten oft bindige Lagen mit organischen Beimengungen. Schon ein Feinkornanteil von über 15 Prozent verändert das Verdichtungsverhalten vollständig. Wird dann mit dem einfachen Proctorversuch gearbeitet, liegt die Referenzdichte zu niedrig. Die Folge: Die Baustelle verdichtet nach einem falschen Sollwert. Das Material bleibt locker gelagert. Setzungen treten oft erst Monate nach Bauabnahme auf. Besonders kritisch wird es bei Leitungsgräben im Straßenbereich. Hier sind Nachsackungen von drei bis fünf Zentimetern keine Seltenheit. Die Ursache liegt fast immer in einer unzureichenden Proctorgrundlage. Für bindige Böden mit weicher Konsistenz empfehlen wir vorab den Atterberg-Grenzen Test, um die Plastizität sicher zu bewerten.

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Videomaterial

Maßgebliche Normen

DIN 18127:2012-09, DIN 18196, ZTV E-StB 17, TP BF-StB Teil B 11.1

Technische Parameter

ParameterTypischer Wert
NormDIN 18127:2012-09
VersuchstypEinfach / Modifiziert (2,5 kg / 4,5 kg)
Schlagzahl pro Schicht25 (einfach) / 25 (modifiziert)
Schichtenanzahl3 (einfach) / 5 (modifiziert)
Verdichtungsarbeitca. 0,6 MNm/m³ (einfach) / ca. 2,7 MNm/m³ (modifiziert)
Prüfmengeca. 15–20 kg gestörtes Material
ErgebnisgrößenProctordichte ρPr, optimaler Wassergehalt wPr

Häufige Fragen

Wann wird der einfache und wann der modifizierte Proctorversuch angewendet?

Der einfache Proctorversuch kommt bei Böden mit geringer Verdichtungsanforderung zum Einsatz, zum Beispiel im Landschaftsbau. Der modifizierte Proctorversuch ist die Regel für den Straßen-, Leitungs- und Hochbau. Er simuliert schwere Vibrationswalzen und liefert die Referenz für den Verdichtungsgrad DPr.

Wie viel Material wird für einen Proctorversuch benötigt?

Wir benötigen etwa 15 bis 20 Kilogramm gestörte Bodenprobe. Das Material muss repräsentativ für die zu verdichtende Schicht sein. Die Probenahme führen wir bei Bedarf selbst durch, um Fehlerquellen früh auszuschließen.

Was kostet ein Proctorversuch in Braunschweig?

Die Kosten für einen Proctorversuch liegen je nach Aufwand und Variante zwischen 110 und 200 Euro. Der modifizierte Versuch ist aufgrund der höheren Schlagzahl etwas aufwändiger. Bei mehreren Proben oder kombinierten Aufträgen erstellen wir ein wirtschaftliches Paketangebot.

Was bedeutet der optimale Wassergehalt aus dem Proctorversuch für die Baustelle?

Der optimale Wassergehalt wPr ist der Wert, bei dem der Boden seine maximale Trockendichte erreicht. Auf der Baustelle muss das eingebaute Material diesen Wassergehalt möglichst genau treffen. Ist der Boden zu trocken, fehlt die Gleitwirkung zwischen den Körnern. Ist er zu feucht, wirkt das Porenwasser als Puffer und verhindert die Verdichtung.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Braunschweig und seinem Großraum.

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