Braunschweig steht auf einer mächtigen Lössschicht, die sich über die Jahrtausende im Windschatten des Harzes abgelagert hat. Was in der Theorie nach einem homogenen Baugrund klingt, erweist sich in der Praxis oft als tückisch – besonders wenn es um den Straßenbau geht. Die Tragfähigkeit dieser bindigen Böden schwankt mit dem Wasserhaushalt erheblich, und genau hier setzt die CBR-Studie für den Straßenentwurf an. Wir haben im östlichen Ringgebiet ebenso gemessen wie in den Auenlandschaften der Oker und wissen, dass der CBR-Wert in Braunschweig innerhalb weniger hundert Meter zwischen 3 und 12 Prozent pendeln kann. Für den planenden Ingenieur ist das der entscheidende Parameter, um die Dicke des frostsicheren Oberbaus festzulegen. Ergänzend zur Tragfähigkeitsbewertung ziehen wir bei grobkörnigen Tragschichten den Proctor-Versuch heran, um die erreichbare Verdichtung realistisch einzuschätzen.
Ein CBR-Wert unter 5 Prozent in der Lössregion Braunschweig bedeutet fast immer: Bodenaustausch oder Kalkstabilisierung – sonst hält die Fahrbahndecke keine zwei Winter.
