Ein klassischer Fehler in Braunschweig ist die Annahme, der Baugrund sei überall gleich tragfähig. Gerade in den Quartiers nahe der Oker, wo feinkörnige Auenlehme und Torflinsen in geringer Tiefe anstehen, führt eine unzureichende Erkundung fast zwangsläufig zu Setzungsrissen noch vor der Bauabnahme. In über 20 Jahren Projekterfahrung in der Region haben wir gelernt, dass eine gezielte Direktaufschließung mittels Schürfgrube oder Kleinbohrung die einzige Methode ist, um die Schichtenfolge visuell anzusprechen und gestörte Proben für die Laboranalyse zu gewinnen. Vom Sandlöwenviertel bis nach Riddagshausen variieren die quartären Ablagerungen auf kurze Distanz erheblich, sodass wir oft einen Rammkernsondierung (SPT) zur tiefenabhängigen Lagerungsdichte ergänzen, bevor der Statiker die Gründung dimensioniert.
In den quartären Oker-Ablagerungen Braunschweigs entscheiden oft wenige Zentimeter Torf oder Mudde über die Wahl des Gründungskonzepts.
