Braunschweig entstand nicht auf Fels, sondern auf quartären Lockersedimenten des Aller-Urstromtals. Die mittelalterliche Stadt wuchs auf Talsanden und Auelehmschichten, die heute bei Lasteintrag und dynamischer Anregung eine präzise Baugrundbeurteilung fordern. Die Stadt liegt in der Norddeutschen Tiefebene, rund 70 Meter über NHN, mit oberflächennahen Sanden und Geschiebemergellinsen aus der Saale-Kaltzeit. Für Hochbauten ab Erdbebenzone 1 gemäß DIN EN 1998-1/NA:2021-07 ist eine standortbezogene Gefährdungsanalyse Pflicht. Bei der seismischen Mikrozonierung in Braunschweig bestimmen wir mittels aktiver und passiver Wellenfeldmessungen die Untergrundsteifigkeit. Oft ergänzen wir das Programm durch einen CPT-Versuch in den weichen Aueablagerungen, bevor die Scherwellengeschwindigkeit interpretiert wird.
Ein Meter fehlerhafte VS30-Interpretation in den Talsanden Braunschweigs kann die Antwortspektren um 30 % verschieben.
