Braunschweig steht geotechnisch auf den Lockergesteinen des Quartärs, überwiegend geprägt von den Schmelzwassersanden und Geschiebemergeln der Saale-Eiszeit. Im zentralen Stadtgebiet um den Ring herum trifft man oft auf Lösslehm und Auelehm – beides feinkörnige, bindige Böden, deren Verhalten stark vom Wassergehalt abhängt. Genau hier kommen die Atterberg-Grenzen ins Spiel. Sie beschreiben den Übergang vom festen zum plastischen und schließlich zum flüssigen Zustand eines Bodens. Ein Schurfgruben-Aufschluss liefert ungestörte Proben aus genau diesen bindigen Schichten, die dann im Labor nach Fließ- und Ausrollgrenze untersucht werden. In Kombination mit der Korngrößenanalyse ergibt sich ein vollständiges Bild der Feinkornfraktion, das für die Klassifikation nach DIN 18196 unverzichtbar ist.
Die Fließgrenze des Braunschweiger Lösslehms liegt oft zwischen 30 und 45 Prozent – ein Wert, der die Empfindlichkeit dieser Böden bei Wasserzutritt deutlich macht.
