Braunschweig liegt geologisch im Übergangsbereich zwischen der Lössbörde im Süden und den sandigen Niederterrassen der Oker im Norden. Unterhalb von Auelehm und sandigen Deckschichten folgen oft Geschiebemergel des Drenthe-Stadiums, wechsellagernd mit glazialen Sanden. Diese Abfolge produziert einen Untergrund, bei dem die effektive Scherfestigkeit je nach Sättigung und Konsistenz stark streut. Für Baugruben, Dammbauwerke oder tiefe Fundamente im Stadtgebiet reichen einfache Rahmenscherversuche selten aus. Der Triaxialversuch liefert die notwendige Trennschärfe zwischen Kohäsion und Reibungswinkel, auch unter gesteuerten Porenwasserdruckbedingungen. In der Weststadt nahe der Okerauen haben wir in 4 m Tiefe organische Tone angetroffen, deren Tragfähigkeit erst nach konsolidiert-undrainierten CU-Versuchen verlässlich abschätzbar war.
Der Triaxialversuch trennt, was der Rahmenscherversuch vermischt: effektive Kohäsion und echten Reibungswinkel – unverzichtbar bei wechselnden Grundwasserständen.
