GEOTECHNIK
BRAUNSCHWEIG
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Korngrößenanalyse nach DIN 18123: Präzise Siebung und Sedimentation für Braunschweiger Böden

Solide Grundlagen. Solide Entscheidungen.

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Die DIN 18123 in Verbindung mit der DIN EN ISO 17892-4 ist in Braunschweig kein theoretisches Konstrukt, sondern eine praktische Notwendigkeit. Die quartären Lockergesteine der Region, geprägt durch die Oker und ihre Nebenflüsse, zeigen extreme Wechsel von feinsandigen Rinnenfüllungen bis zu tonigen Auelehmen auf kürzester Distanz. Eine Baugrunderkundung ohne vollständige Korngrößenanalyse im Labor ist hier fahrlässig. Unser team führt die kombinierte Sieb- und Hydrometeranalyse durch, um den gesamten Kornbereich von grobem Kies bis zur feinsten Tonfraktion zu erfassen. Für tiefere Horizonte, die durch die Flussdynamik verdichtet wurden, kombinieren wir die Ergebnisse oft mit dem CPT-Versuch, um die Lagerungsdichte der nichtbindigen Schichten zu kalibrieren. Das Ergebnis ist eine Kornsummenkurve, die weder den Frostschutz vernachlässigt noch die Versickerungsfähigkeit überschätzt und als belastbare Grundlage für jedes Erdbauwerk dient.

Die Kornverteilungskurve ist der Fingerabdruck des Bodens. In Braunschweigs Auenlandschaft verrät sie uns alles über Tragfähigkeit, Frostempfindlichkeit und das Drainagepotenzial.

Unsere Leistungsbereiche

Vorgehen und Leistungsumfang

Die städtebauliche Entwicklung Braunschweigs entlang der Okerauen hat zu einer besonderen geotechnischen Herausforderung geführt: anthropogene Auffüllungen über natürlich gewachsenen, stark heterogenen Sedimenten. In den östlichen Stadtteilen stößt man regelmäßig auf Geschiebemergel der Grundmoräne, während im Westen sandige Terrassenablagerungen dominieren. Diese Variabilität macht die Korngrößenanalyse zum entscheidenden Instrument, um den Ungleichförmigkeitsgrad Cu und die Krümmungszahl Cc zu bestimmen. Erst diese Kennwerte erlauben es, die Verdichtbarkeit eines Bodens oder seine Eignung als Dichtungsmaterial seriös zu beurteilen. Bei Projekten, die einen Bodenaustausch erfordern, liefert die Laboranalyse die notwendigen Daten, um die Austauschböden spezifikationskonform auszuwählen. Ergänzend dazu nutzen wir den Proctor-Versuch, um die optimale Einbaufeuchte und die maximal erreichbare Trockendichte direkt aus der ermittelten Kornverteilung abzuleiten und so den Verdichtungserfolg auf der Baustelle zu garantieren.
Korngrößenanalyse nach DIN 18123: Präzise Siebung und Sedimentation für Braunschweiger Böden
Technische Referenz — Braunschweig

Lokaler geotechnischer Kontext

Der quartäre Untergrund Braunschweigs ist geologisch jung und unberechenbar. In den Niederungen des Aller-Urstromtals treffen wir auf mächtige Tonlinsen mit Durchlässigkeitsbeiwerten von kf < 1x10⁻⁹ m/s, während unmittelbar daneben gut gestufte Sande mit kf > 1x10⁻⁴ m/s anstehen. Wer in Gliesmarode oder Rühme ohne detaillierte Kornanalyse gründet, riskiert Setzungsdifferenzen, die jeden Mauerwerksriss erklären würden. Die Korngrößenanalyse deckt hier die entscheidende Diskrepanz auf: Ein scheinbar tragfähiger Sand mit einem Cu < 3 ist auswaschungsgefährdet und setzt sich unter dynamischer Last setzungsintensiv. Gerade bei der Planung von Versickerungsanlagen ist die Kornverteilung nicht verhandelbar. Das DWA-Arbeitsblatt A 138 fordert zwingend den Nachweis der hydraulischen Durchlässigkeit, der ohne eine vollständige Sieblinie und die Kenntnis des Feinkornanteils nicht zu führen ist. Unser Labor erfasst diese Risikofaktoren mit einer Messgenauigkeit von 0,1 % bei der Aräometeranalyse und verhindert so, dass aus einer geologischen Randnotiz ein bautechnischer Schaden wird.

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Maßgebliche Normen

DIN EN ISO 17892-4:2017-04 (Geotechnische Erkundung und Untersuchung - Laborversuche an Bodenproben - Teil 4: Bestimmung der Korngrößenverteilung), DIN 18123:2011-04 (Baugrund, Untersuchung von Bodenproben - Bestimmung der Korngrößenverteilung), DIN EN ISO 14688-1:2020-11 (Benennung, Beschreibung und Klassifizierung von Boden), DWA-A 138 (Planung, Bau und Betrieb von Anlagen zur Versickerung von Niederschlagswasser), ZTV E-StB 17 (Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen und Richtlinien für Erdarbeiten im Straßenbau)

Technische Parameter

ParameterTypischer Wert
VerfahrenKombinierte Siebung (DIN EN ISO 17892-4) und Aräometer (Hydrometer) nach DIN 18123
Prüfkorngrößen SiebungGrobsieb bis 63 mm, Feinsieb ab 0,063 mm (Maschenweiten nach ISO 565)
SedimentationsanalyseAräometerverfahren nach Casagrande, Erfassung der Schluff- und Tonfraktion < 0,063 mm
ProbenvorbereitungNasssiebung mit Dispergierungsmittel (Natriumpyrophosphat) zur vollständigen Trennung der Kornaggregate
Berechnete KennwerteUngleichförmigkeitsgrad Cu (D60/D10), Krümmungszahl Cc (D30²/(D10*D60)), Frostempfindlichkeitsklasse
ProbenmengeRichtwert nach DIN 18123: Mindestens 200 g bei Sanden, bis zu 2 kg bei kiesigen Böden
DokumentationKornsummenkurve logarithmisch, tabellarische Siebdurchgänge in %-Masse, Bodenansprache nach DIN EN ISO 14688-1

Häufige Fragen

Was kostet eine Korngrößenanalyse im Raum Braunschweig?

Für eine kombinierte Sieb- und Hydrometeranalyse nach DIN 18123 liegen die Kosten je nach Probenanzahl und Materialbeschaffenheit zwischen €110 und €170. Der Preis umfasst die Probenvorbereitung, die Nasssiebung, die Sedimentationsanalyse sowie die Erstellung der Kornsummenkurve mit allen Kennwerten.

Welche Probenmenge benötigt Ihr Labor für die Analyse?

Die erforderliche Probenmenge richtet sich nach der DIN 18123 und dem Größtkorn. Bei Sanden und schwach kiesigen Böden reichen etwa 500 g. Enthält die Probe aus einer Braunschweiger Kiessandgrube gröbere Anteile über 20 mm, benötigen wir mindestens 2 kg, um eine repräsentative Sieblinie zu erhalten.

Warum ist die kombinierte Analyse aus Siebung und Hydrometer so wichtig für mein Bauvorhaben?

Die alleinige Siebung erfasst nur den Kornanteil über 0,063 mm. Gerade die Braunschweiger Aueböden enthalten oft hohe Schluff- und Tonanteile, die nur mit dem Hydrometerverfahren quantifiziert werden können. Ohne diese Feinkornanalyse wäre die Bestimmung der Bodengruppe unvollständig und die Gefahr einer Fehlklassifizierung des Baugrunds – etwa hinsichtlich Frostsicherheit oder Setzungsverhalten – extrem hoch.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Braunschweig und seinem Großraum.

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