Zwischen dem sandigen Hochufer bei Riddagshausen und den weichen Aueböden entlang der Oker liegen Welten, was den Baugrund angeht. In Braunschweig bestimmen quartäre Lockergesteine – Schmelzwassersande, Geschiebemergel und holozäne Auelehme – die Machbarkeit einer Tiefgründung. Die Pfahlgründungsbemessung muss diese Wechsellagerungen präzise abbilden, denn ein Rammpfahl in 18 Metern Tiefe auf tragfähigem Sand verhält sich völlig anders als eine Bohrpfahlgruppe im setzungsempfindlichen Auelehm. Wir kombinieren dabei die Ergebnisse aus der SPT Bohrung mit Laborversuchen zur Mantelreibung, weil die DIN 1054 für Braunschweiger Verhältnisse oft konservative Erfahrungswerte liefert, die mit lokalen Erkundungsdaten kalibriert werden müssen. Der Grundwasserstand, in der Innenstadt oft nur 2 Meter unter GOK, erfordert zudem eine sorgfältige Bewertung der Auftriebseffekte und der möglichen Filterstabilität im Pfahlfußbereich. Ohne eine an die lokale Geologie der Okerniederung angepasste Bemessung entstehen entweder unwirtschaftliche Überdimensionierungen oder unkalkulierbare Setzungsrisiken im Endzustand.
Die Mantelreibung im Geschiebemergel ist keine Konstante – sie hängt in Braunschweig entscheidend vom lokalen Kalkgehalt und der Überkonsolidierung ab.
