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Bemessung starrer Fahrbahnen in Braunschweig: Tragfähigkeit für Schwerlast und Industrieflächen

Solide Grundlagen. Solide Entscheidungen.

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Ein Fehler, der uns in Braunschweig immer wieder begegnet, ist die Annahme, eine starre Fahrbahn sei allein durch die Betongüte ausreichend dimensioniert – dabei entscheidet der Untergrund über die gesamte Lebensdauer der Platte. In den Gewerbegebieten entlang der A2 und im Hafenbereich, wo täglich Hunderte von Lkw-Bewegungen stattfinden, führt eine unzureichende Bemessung oft schon nach drei Wintern zu Kantenabplatzungen und Pumping-Effekten an den Fugen. Der 52. Breitengrad bringt zudem Frost-Tau-Zyklen mit sich, die in Kombination mit den örtlich anstehenden Lössböden und Geschiebemergeln eine sorgfältige Untersuchung der Frostempfindlichkeit erfordern – ein Punkt, den viele Standard-Bemessungen für mildere Regionen schlicht ignorieren. Wir kombinieren die Plattenbemessung nach RStO 12 mit einer vollständigen Klassifikation des anstehenden Bodens, denn nur so lässt sich die erforderliche Bettungszahl zuverlässig ableiten. Wenn der Baugrund bereits bei der ersten Sondierung Auffälligkeiten zeigt, ergänzen wir die Untersuchung oft durch eine Korngrössenanalyse um die Frostsicherheit des Unterbaus zu quantifizieren, bevor die erste Bewehrungslage geplant wird.

Eine starre Fahrbahn auf nicht frostsicherem Untergrund verliert in Braunschweig bereits nach drei Wintern ihre strukturelle Integrität – die Bemessung beginnt immer im Baugrund.

Unsere Leistungsbereiche

Vorgehen und Leistungsumfang

Braunschweig liegt geologisch in der Übergangszone zwischen der norddeutschen Tiefebene und dem nördlichen Harzvorland, was bedeutet, dass wir im Stadtgebiet mit einer bemerkenswerten Variabilität der quartären Deckschichten arbeiten müssen – von sandigem Geschiebemergel über Beckenschluffe bis hin zu reinen Schmelzwassersanden. Diese Wechsellagerungen stellen für die Bemessung starrer Fahrbahnen eine besondere Herausforderung dar, weil sich die Steifigkeit des Untergrunds bereits auf wenigen Metern horizontal stark ändern kann. Wir setzen bei unseren Untersuchungen konsequent auf eine Kombination aus Plattendruckversuchen nach DIN 18134 und ergänzenden Rammsondierungen, um den Verformungsmodul Ev2 verlässlich zu bestimmen und lokale Schwächezonen zu identifizieren. Die Bemessung der Betonplatte erfolgt dann nicht pauschal, sondern abschnittsweise unter Berücksichtigung der tatsächlichen Steifeverhältnisse und der zu erwartenden Lastkollektive – bei Logistikflächen mit Gabelstaplerverkehr arbeiten wir mit höheren Teilsicherheitsbeiwerten als bei reinen Pkw-Parkplätzen.
Bemessung starrer Fahrbahnen in Braunschweig: Tragfähigkeit für Schwerlast und Industrieflächen
Technische Referenz — Braunschweig

Lokaler geotechnischer Kontext

Die ZTV E-StB 17 und die RStO 12 geben für starre Fahrbahnen klare Anforderungen an die Frostsicherheit des Unterbaus vor, und genau hier liegt in Braunschweig die häufigste Schadensursache. Die im Stadtgebiet verbreiteten schluffigen Lösslehme und Beckentone erreichen Frostempfindlichkeitsklassen von F2 oder sogar F3, was bei unzureichender Dicke der Frostschutzschicht zu Eislinsenbildung und in der Folge zu differentiellen Hebungen der Betonplatten führt – ein Schadensbild, das wir bei Bestandsaufnahmen im östlichen Stadtgebiet regelmäßig dokumentieren. Die Lösung ist eine standortspezifische Bemessung des Oberbaus, die nicht allein auf regionalen Erfahrungswerten basiert, sondern auf gemessenen Kenngrössen der tatsächlich anstehenden Bodenschichten. Gerade bei Erweiterungen von Industriearealen, wo die Fahrbahn an Bestandsflächen anschliesst, müssen wir die Setzungsdifferenz zwischen altem und neuem Untergrund durch eine angepasste Plattendimensionierung oder einen Bodenaustausch kompensieren, um Kantenpressungen und spätere Stufenbildungen zu vermeiden.

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Maßgebliche Normen

RStO 12 (Richtlinien für die Standardisierung des Oberbaus von Verkehrsflächen), ZTV E-StB 17 (Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen Erdbau), DIN EN 13877 (Fahrbahnbefestigungen aus Beton), DIN 18134 (Plattendruckversuch – Verformungsmodul), ZTV Fug-StB (Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen Fugen)

Technische Parameter

ParameterTypischer Wert
BemessungsverfahrenRStO 12, Tafel 2 (Betonbauweise)
BetonfestigkeitsklasseC30/37 bis C35/45 nach DIN EN 206
Biegezugfestigkeit≥ 4,5 N/mm² (charakteristisch)
Plattendicke (Standard)180–240 mm (Schwerlast: 260+ mm)
Verformungsmodul Ev2 Planum≥ 120 MN/m² (Oberbau: ≥ 180 MN/m²)
FrostempfindlichkeitsklasseF1–F3 nach ZTV E-StB (Löss: kritisch)
FugenkonzeptSchein- und Raumfugen nach ZTV Fug-StB

Häufige Fragen

Wie tief muss die Frostschutzschicht unter einer starren Fahrbahn in Braunschweig sein?

Die erforderliche Dicke der Frostschutzschicht hängt von der Frostempfindlichkeitsklasse des anstehenden Bodens und der Frostzone ab. Braunschweig liegt in Frostzone II, was eine Mindestdicke von 55 cm bei F2-Böden und bis zu 75 cm bei F3-Böden erfordert. Bei einem vollständigen Bodenaustausch mit nicht frostempfindlichem Material kann die Dicke auf 45 cm reduziert werden.

Welchen Verformungsmodul muss das Planum unter einer starren Fahrbahn erreichen?

Nach RStO 12 muss auf dem Planum ein Verformungsmodul Ev2 von mindestens 45 MN/m² nachgewiesen werden, für die obere Tragschicht unter der Betonplatte sind 120 MN/m² erforderlich. Bei Schwerlastflächen mit hohen Radlasten empfehlen wir, 180 MN/m² anzustreben, um die Durchbiegung der Platte und damit die Biegezugspannungen zu minimieren.

Mit welchen Kosten muss ich für die Bemessung einer starren Fahrbahn rechnen?

Die Kosten für die vollständige Bemessung einer starren Fahrbahn inklusive Baugrunderkundung, Laborversuchen und statischer Berechnung liegen typischerweise zwischen €1.910 und €6.070, abhängig von der Flächengrösse, der Anzahl der erforderlichen Sondierungen und dem Umfang der Frostschutzbemessung.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Braunschweig und seinem Großraum.

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