Ein Fehler, der uns in Braunschweig immer wieder begegnet, ist die Annahme, eine starre Fahrbahn sei allein durch die Betongüte ausreichend dimensioniert – dabei entscheidet der Untergrund über die gesamte Lebensdauer der Platte. In den Gewerbegebieten entlang der A2 und im Hafenbereich, wo täglich Hunderte von Lkw-Bewegungen stattfinden, führt eine unzureichende Bemessung oft schon nach drei Wintern zu Kantenabplatzungen und Pumping-Effekten an den Fugen. Der 52. Breitengrad bringt zudem Frost-Tau-Zyklen mit sich, die in Kombination mit den örtlich anstehenden Lössböden und Geschiebemergeln eine sorgfältige Untersuchung der Frostempfindlichkeit erfordern – ein Punkt, den viele Standard-Bemessungen für mildere Regionen schlicht ignorieren. Wir kombinieren die Plattenbemessung nach RStO 12 mit einer vollständigen Klassifikation des anstehenden Bodens, denn nur so lässt sich die erforderliche Bettungszahl zuverlässig ableiten. Wenn der Baugrund bereits bei der ersten Sondierung Auffälligkeiten zeigt, ergänzen wir die Untersuchung oft durch eine Korngrössenanalyse um die Frostsicherheit des Unterbaus zu quantifizieren, bevor die erste Bewehrungslage geplant wird.
Eine starre Fahrbahn auf nicht frostsicherem Untergrund verliert in Braunschweig bereits nach drei Wintern ihre strukturelle Integrität – die Bemessung beginnt immer im Baugrund.
