Die Lage Braunschweigs am Nordrand der Harz-Vorlandmulde prägt den Baugrund: mächtige Lockergesteinsablagerungen aus Kreide und Quartär über Salinarstrukturen. Wer hier mit Erdbebenisolationsbemessung arbeitet, muss das Zusammenspiel von weichen Deckschichten und möglichen Fernbeben aus der Mitteldeutschen Kristallinschwelle verstehen. Braunschweig liegt in der Erdbebenzone 2 nach DIN EN 1998-1/NA, doch lokale Bodenverstärkung kann die Antwortspektren deutlich über die Felsreferenz heben. Unser Team führt die seismische Bemessung der Isolatoren – meist Elastomerlager oder Gleitpendellager – auf Basis standortspezifischer Baugrundgutachten durch. Boden-Bauwerk-Interaktion wird nicht pauschal, sondern mit in-situ bestimmten Scherwellengeschwindigkeiten aus dem MASW-Verfahren modelliert. Ergänzend liefern Sondierungen mit SPT die Steifigkeitsprofile, die für die Kalibrierung der Isolationsfrequenz und die Abschätzung der Restverformung unter Bemessungsbeben nötig sind.
In Braunschweigs Lockergestein kann die Bodenverstärkung die seismische Antwort um 40 % erhöhen – Isolation kompensiert das ohne massive Querschnittsvergrößerung.
