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Geotechnische Bemessung tiefer Baugruben in Braunschweig

Solide Grundlagen. Solide Entscheidungen.

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In der Innenstadt von Braunschweig, wo der Platz zwischen Fachwerkhäusern und Neubauten knapp ist, entstehen immer mehr Tiefgaragen unter bestehenden Strukturen. Bei einem Projekt am Bohlweg stand der Aushub direkt neben einem denkmalgeschützten Gebäude – ohne messbare Verformung der Nachbarfassade. Möglich wurde das durch eine Bemessung, die nicht nur die Bodenschichten modelliert, sondern auch die Bettung der bestehenden Fundamente realistisch abbildet. Die Quartärbedeckung über dem mesozoischen Festgestein ist in Braunschweig heterogen: mal sandiger Lösslehm, mal fluviatile Kiese der Oker. Eine pauschale Annahme des Erddrucks reicht hier nicht. Für die Parameterbestimmung wird oft der CPT-Versuch eingesetzt, weil er die Schichtgrenzen in diesen Wechsellagerungen schärfer auflöst als eine reine Sondierbohrung.

Eine Baugrube in Braunschweig zu bemessen heißt, mit der Oker zu rechnen – nicht gegen sie.

Unsere Leistungsbereiche

Vorgehen und Leistungsumfang

Mit rund 250.000 Einwohnern ist Braunschweig die größte Stadt zwischen Hannover und Magdeburg – und eine mit intensiver Untergrundnutzung. Vom Forschungsflughafen bis zur Ringgleis-Bebauung entstehen Bauwerke, die mehrere Untergeschosse erfordern. Eine Baugrubentiefe von acht Metern ist hier keine Seltenheit mehr. Die Bemessung erfolgt nach EC7-1 in Verbindung mit DIN 1054:2021, wobei Nachweise im Grenzzustand GZ1B (Versagen des Stützbauwerks) und GZ2 (Gebrauchstauglichkeit) geführt werden. Bei verformungsarmen Verbauarten wie rückverankerten Trägerbohlwänden oder überschnittenen Bohrpfahlwänden fließen die Steifigkeiten der Ausfachung und der Vorbelastung aus der Stützmauer-Interaktion direkt in das FEM-Modell ein. Gerade in der Lockergesteinsüberdeckung entscheidet die realistische Abschätzung der Steifemoduli über die Prognosegenauigkeit der Setzungsmulde.
Geotechnische Bemessung tiefer Baugruben in Braunschweig
Technische Referenz — Braunschweig

Lokaler geotechnischer Kontext

Der große gelbe Seilbagger hebt den Greifer aus der Baugrube, daneben läuft die Förderpumpe der Grundwasserabsenkung. In Braunschweig liegt der Grundwasserspiegel in Oker-Nähe oft nur zwei bis drei Meter unter Gelände. Das ist der kritische Moment: Sobald die Wasserhaltung unzureichend bemessen ist, entstehen hydraulische Gradienten, die Feinteile aus dem Boden spülen können. Eine innere Erosion hinter der Verbauwand kündigt sich selten laut an – erst wenn Setzungsrisse im Asphalt auftauchen, wird sie sichtbar. Die Bemessung muss daher den Nachweis gegen hydraulischen Grundbruch und suffosionsbedingte Materialverlagerung explizit führen, nicht nur die Standsicherheit in der tiefen Gleitfuge. Dafür kombinieren wir das Baugrundmodell mit instationären Strömungsberechnungen, die den Absenkerfolg über die gesamte Bauzeit simulieren.

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Videomaterial

Maßgebliche Normen

DIN EN 1997-1 (EC7-1): Entwurf, Berechnung und Bemessung in der Geotechnik, DIN 1054:2021 – Baugrund – Sicherheitsnachweise im Erd- und Grundbau, DIN 4123 – Ausschachtungen, Gründungen und Unterfangungen im Bereich bestehender Gebäude, EAB 100 – Empfehlungen des Arbeitskreises Baugruben, DIN EN 1993-5 – Bemessung von Spundwänden und Pfählen

Technische Parameter

ParameterTypischer Wert
Maximale Aushubtiefe (Regelfall)bis 12 m unter GOK
BerechnungsverfahrenFEM (Plaxis / ZSoil) + Stabwerkmodelle
Grundwasser-NachweisHydr. Grundbruch, Suffosion, Erosionsbasis
VerformungsprognoseSetzungsmulde ≤ 0.5% der Aushubtiefe
NormenEC7-1, DIN 1054:2021, DIN 4123, EAB 100
Boden-Bauwerk-InteraktionBettungsmodulverfahren, Subgrade Reaction
Typische VerbauartenTrägerbohlwand, Bohrpfahlwand, Spundwand

Häufige Fragen

Was kostet eine geotechnische Bemessung für eine tiefe Baugrube in Braunschweig?

Das Honorar liegt je nach Komplexität zwischen €1.700 für einfache Trägerbohlwände und €7.900 für komplexe, mehrfach rückverankerte Systeme mit FEM-Simulation und instationärer Grundwasserberechnung. Die Kosten richten sich nach Honorarordnung und Bearbeitungsumfang.

Welche Verbauart eignet sich für den knappen Platz in der Braunschweiger Innenstadt?

Bei engem Bauraum mit direkter Nachbarbebauung setzen wir meist auf eine rückverankerte Bohrpfahlwand oder eine überschnittene Bohrpfahlwand (tangierend). Diese Systeme sind verformungsarm und lassen sich auch bei hohem Grundwasserstand als dichtende Konstruktion ausführen.

Muss ich vor der Bemessung ein Bodengutachten machen lassen?

Ein Baugrundgutachten ist zwingend erforderlich. Die Normen EC7 und DIN 1054 schreiben eine ausreichende Erkundung vor. Wir empfehlen mindestens Drucksondierungen (CPT) und Kernbohrungen mit Bodenproben, ergänzt durch Laborversuche zur Bestimmung der Scherparameter.

Wie wird die Standsicherheit von Nachbargebäuden während des Aushubs gewährleistet?

Die Standsicherheit wird durch eine Verformungsprognose per FEM nachgewiesen. Dabei wird die maximale Setzung oder Schiefstellung der Nachbarbebauung berechnet und mit den zulässigen Werten nach DIN 4123 verglichen. Zusätzlich erfolgt ein geodätisches Monitoring während der gesamten Bauzeit.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Braunschweig und seinem Großraum.

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